Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen

 12.10.2017  Redaktion
Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. präsentiert in einer Doppelausstellung faszinierende Aufnahmen der Fotografen Pablo E. Piovano und W. Eugene Smith.

Viele , oder gar die meisten, Menschen nehmen ohne es zu wissen und unfreiwillig an einem der größten Experimente der Welt teil und das ohne sich einmal direkt dagegen wehren zu können.
Es handelt sich dabei um das Weltweit meist verkaufte Pflanzengift Glyphosat, das inzwischen allgegenwärtig in der Nahrungskette ist.

Anlässlich der bevorstehenden Entscheidung über die Neuzulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat in der Europäischen Union zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus die Ausstellung Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen. mit Fotografien von Pablo E. Piovano.

Der Fotograf Pablo E. Piovano dokumentierte drei Jahre lang die Folgen von 20 Jahren des wahllosen Einsatzes von Agrarchemikalien im ländlichen Nordosten Argentiniens und dessen katastrophale Auswirkungen.

Im zweiten Teil der Ausstellung werden Bilder von W. Eugene Smith gezeigt die den Skandal von Minamata 1971-73 dokumentieren. Ein Chemiewerk leitete in den 1950iger Jahren in japan quecksilberhaltige Abfälle in Fischereigewässer ein und löste dadurch die »Minamata-Krankheit« aus die schwerste Vergiftungen und Fehlbildungen bei Neugeborenen mit sich brachte.

Die Ausstellungen läuft vom 20. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018 bei Freiem Eintritt.
Bitte beachten Sie, das zum betreten der Ausstellung ein Ausweis erforderlich ist!

Quellen:
Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V.
01 © Pablo E. Piovano, Jessica Sheffer leidet an genetischen Mutationen, Argentinien, 2014
04 © Pablo E. Piovano, Alfredo Cerán brachte neun Jahre lang Unkrautvernichtungsmittel auf Sojafeldern aus, Argentinien, 2015
© Photograph by W. Eugene Smith & Aileen M. Smith, Japan, 1971-73
20. OKTOBER 2017 - 21. JANUAR 2018
Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen

Eröffnung: 19. Oktober 2017 um 19:30

Adresse:
Willy-Brandt-Haus
Stresemannstr. 28
10963 Berlin

Anfahrt:
U1 und U6 Hallesches Tor
U7 Möckernbrücke
Bus M41 (U-Bhf. Hallesches Tor)
Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag: 12:00 - 18:00 Uhr
Letzter Einlass: 17:30 Uhr

Eintritt

Frei
Ausweis erforderlich
Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. präsentiert die Doppelausstellung

Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen.
Fotografien von Pablo E. Piovano

Der Skandal von Minamata 1971-73
Fotografien von W. Eugene Smith

Eröffnung am Donnerstag, den 19. Oktober 2017, um 19.30 Uhr

Begrüßung Gisela Kayser, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus Reden Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Dr. Helmut Burtscher-Schaden, Biochemiker und Autor des Buches Die Akte Glyphosat
Peter-Matthias Gaede, Journalist, im Gespräch mit dem Fotografen Pablo E. Piovano

Filmdokumentationen
The Human Cost, Argentinien 2015, 12 min, OmU (engl),
Dokumentation von Pablo E. Piovano

Fabián Tomasi – The shadow of success, Argentinien 2017, 12 min, OmU (engl), Dokumentation von Pablo E. Piovano

GMO OMG, USA 2013, 90 min, OmU,
Dokumentation von Jeremy Seifert (Ein junger Vater stellt Fragen zur Krise der gentechnisch veränderten Landwirtschaft)

Die Menschheit nimmt unfreiwillig an einem der größten Experimente weltweit teil. Glyphosat ist das meistverkaufte Pflanzengift der Welt. Es ist allgegenwärtig in der Nahrungskette. Der Fotograf Pablo E. Piovano dokumentierte drei Jahre lang die Folgen von 20 Jahren des wahllosen Einsatzes von Agrar-chemikalien im ländlichen Nordosten Argentiniens und dessen katastrophale Auswirkungen.

Nach zwei Jahrzehnten, in denen ein Drittel der Landesbevölkerung direkt oder indirekt von Glyphosatspritzmitteln und weiteren chemischen Wirkstoffen betroffen war, ist Argentinien zu einer Feldstudie für Giftkatastrophen geworden. Die Krebsrate bei Kindern hat sich verdreifacht, die Häufigkeit von Fehlge-burten und Geburtsschäden mit ungeklärter Ursache ist dramatisch angestiegen. Atemwegs- und Hautkrankheiten, geistige Behinderungen sind nur einige der nachgewiesenen gesundheitlichen Auswirkun-gen auf die betroffenen Menschen. Trotz dieser unbequemen Wahrheit hat es bisher keinerlei systemati-sche Information von offizieller Seite gegeben.

Anlässlich der bevorstehenden Entscheidung über die Neuzulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat in der Europäischen Union zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus die Ausstellung Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen. mit Fotografien von Pablo E. Piovano.

Pablo Ernesto Piovano (*1981) lebt als Fotojournalist in Buenos Aires, Argentinien und arbeitet als Foto-graf für die Zeitung Página/12. Zwischen 2014 und 2017 erkundete Piovano den Norden, das Kernland und die Küsten Argentiniens und dokumentierte das Leiden der Bevölkerung und er wird es weiter tun. Piovano erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. beim Festival Internacional de la Imagen in Mexiko, den International Photography Award, den internationalen Fotojournalismus-Preis von Days Japan sowie den Nachhaltigkeitspreis beim LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus in Hannover.

Im Kehrer Verlag erscheint der Katalog zur Ausstellung: Pablo E. Piovano, The Human Cost: Agrotoxins in Argentina / El Costo Humano de los Agrotóxicos, 144 Seiten, ISBN 978-3-86828-767-7, € 38,00

Der Skandal von Minamata 1971-73. Fotografien von W. Eugene Smith
Die »Minamata-Krankheit« ging in die Geschichte für die gesundheitlichen Folgen einer der größten Umweltkatastrophen Japans ein. Ein Chemiewerk leitete in den 1950iger Jahren quecksilberhaltige Abfälle in Fischereigewässer ein. Der Verzehr von kontaminiertem Fisch löste schwerste Vergiftungen und Fehlbildungen bei Neugeborenen aus.

1971 beschließen W. Eugene Smith und seine Frau Aileen, den Skandal von Minamata zu dokumentie-ren. Sie bleiben drei Jahre vor Ort und erschaffen ein Tagebuch des Kampfes und der Leiden der Be-troffenen, das weltweit durch die Veröffentlichung in der Sunday Times Aufsehen erregt. Während der Recherchen zu Minamata wurde W. Eugene Smith vom Wachschutz des verantwortlichen Chemieunternehmens Chisso so schwer verletzt, dass er bis zu seinem Tod 1978 keine weiteren fotogra-fischen Aufgaben mehr übernehmen konnte.
Für den Fotografen Henri Cartier-Bresson war Smith der »größte Fotojournalist dieses Jahrhunderts«. Dabei wollte Smith nie, dass man in ihm einen großen Fotografen sah. Er war ein talentierter wie kompromissloser Fotograf, der mit seinen Dokumentationen die Menschen zum Nachdenken anregen wollte.

Ausstellungen vom 20. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich Schließtage: 31.10.2017 / 24. bis 26.12.2017 / 31.12.2017 / 1.1.2018
 
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